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Workshop 1

„Focusing und Natur-(Er)leben“ mit Annette Brandes

„Ich war sehr gespannt auf das Thema und Annette hat mich von Beginn an begeistert.

Ihre sympathische Ausstrahlung, ihre Natürlichkeit, die angenehme Stimme, Sprache und Ausdruck waren authentisch und machten mich neugierig auf das, was sie uns anbieten wird.

Schon den theoretischen Teil fand ich spannend und ich habe versucht einige ihrer Aussagen für mich ‘festzuhalten‘.

Spannend fand ich, dass Annette zwei Möglichkeiten anbietet, sich in der Natur zu bewegen:

                   mit aktiver Wahrnehmung und mit passiver Wahrnehmung

In der aktiven, so habe ich verstanden, stelle ich die Frage: „wo zieht es mich hin?“
Ich bin achtsam. Langsam, spürend nähere ich mich – Grenzen wahrnehmend/wahrend. Dabei bin ich aktiv in meiner Wahrnehmung.

Die zweite Methode ist die passive Wahrnehmung.  
Ich verstehe: „Gehe hinaus und lasse dich finden/ansprechen.“Wer oder was ruft mich? Achtsam nähern – still werden – mich anschauen lassen – mich fragen lassen, z.B. „wer bist du?“

Zu beiden Methoden hat sie uns im Focusing angeleitet.

Für den Fall, dass wir nicht raus in die Natur können, bietet Annette uns ein Focusing mit einem Gegenstand aus der Natur an.
Dazu sollten wir ein paar Gegenstände aus der Natur bereithaben. Dies können Steine, Muscheln Hölzer o. Ä. sein.
Diesmal lassen wir uns auf den von uns ausgewählten Gegenstand ein.

Aktiv: Ich schaue dich (Muschel, Stein…) an.
oder
Passiv: Ich lasse mich von dir (Muschel, Stein…) anschauen.

Annette begleitet uns durch das Focusing.

Danke für diesen wunderschönen und wertvollen Workshop!

Ich bin dankbar und froh, dass ich mich zu dieser Form der Focusing-Kontakte-Tage ‘überwinden‘ konnte. Meine Befürchtungen wegen der Technik nicht wirklich davon profitieren zu können, haben sich nicht bestätigt. Danke dafür!“

von Judith Verona Müller

Workshop 2

„Innen wie Außen: Mein Selbstverständnis als Focuser*in“ mit Heidrun Essler und Friedgard Blob

„Bunt, vielseitig und intuitiv ging es einher in diesem Workshop. Es wurden zwei Übungen angeleitet. Die Verbindung zwischen Atmung, Fühlen und Malen war als erste Übung eine gute Einleitung. So hatten alle Teilnehmer*innen auch die Möglichkeit sich mit dem Onlineformat anzufreunden und zu sich zu finden.
Bei der zweiten Übung ging es ebenfalls um Kreativität. Das Malen, wie ich mich mit Focusing sehe und in einem zweiten Bild, wie mich andere mit Focusing sehen.
Im Anschluss an die Übungen und das Focussieren in großer Gruppe ging es in Kleingruppen, in denen ein persönlicher Austausch möglich war. Erstaunlich, was es zu spüren, zu sehen, zu hören und zu entdecken gab.
Für mich in bleibender Erinnerung: Auch mit völlig fremden Menschen ist online das Spüren und ein persönlicher Austausch gut möglich. Eine mir bisher unbekannte Ebene.“

von Deborah le Coutre

Workshop 3

Teaching Focusing online mit Ruth Hirsch 

Wie Focusing online zu unterrichten geht? Das haben wir von Ruth ganz wunderbar vorgelebt bekommen!
Und mit dem ist Ruth sehr überzeugend einem ihrer Konzept gefolgt: To model the Focusing attitude as teacher,and to do real Focusing while teaching:

Focusing an sich selbst angewandt, weitergeben in der Grundhaltung, in der Qualität der Präsenz, in der Beziehungsgestaltung, in der Demo der Methode und im Holding einer Gruppe.  

Ein wichtiges Stichwort ist hier Containment: Die Haltefunktion als Leitung für alles was in der Gruppe passiert, ist in der Online Vermittlung besonders zentral. Gerade weil es keine physische Präsenz der Teilnehmer*innen und der Leiter*innen gibt, braucht Containment ein besonderes Augenmerk. Und Ruth erklärte uns gleich, wie wir das ganz praktisch machen können!

Dieser Praxisbezug war die große Stärke dieses Workshops. Zwei Stunden haben wir Ruth zugehört, und es war zu keiner Sekunde langweilig oder ermüdend. Ruth war ganz „da“, in aller Authentzität, und auch wir konnten das sein, gleich von Anfang an nach dem Eingangsattunement. Zu beschreiben, was der Gedanke, Focusing online weiterzugeben in uns körperlich auslöste, brachte viele „klamme“ Gefühle zu Tage. Sich damit als Kontakte-Anders-Teilnehmer*in zeigen zu können, spricht für die gute Atmosphäre, die Ruth direkt zu Beginn ihres Workshops kreiert hat. Die Person Ruth machte es leicht, bei ihr zu lernen, und das sagte sie uns allen auch zu: Du mit Deiner Person als Focusing Fascilitator machst, dass andere im Online Focusing gut bei dir lernen können. 

Die Vorteile vom Online Focusing hat sie uns aus der Teilnehmerpersektive nahe gebracht: Hier ist das wichtigste Stichwort der Zugewinn an Sicherheit für die Teilnehmenden im Vergleich zu Focusing Kursen an einem zentralen Lernort (teaching face-to-face). Sicherheit für die Teilnehmenden durch experienzielles Lernen im heimischen Milieu, durch die hohe Dichte der Lernerfahrungen in konzentrierten und zeitlich straff geführten Lerneinheiten, und durch obligatorische Vorgespräche der Teilnehmenden mit der Kursleitung. Dazu für alle Teilnehmenden die Unterstützung durch ein gut strukturiertes und detaillieres Focusing Manual, wöchentliche Focusing Übungsaufgaben und vieles andere zum Afterlearn.  

Wie beruhigend war es zu hören, dass es bei der Focusing Vermittlung auf das ankommt, was Focuser sowieso gut können:

Aus dem Spüren heraus kommunizieren und interconnectedness leben – und das, ohne viel technische Zoom Raffinessen kennen zu müssen! …Es ist einfach! Probiert’s aus! Traut Euch! war die super motivierende Message von Ruth.  

Klar wurde auch, dass Focusing Online Teaching nicht nur eine Erleichterung für die Teilnehmenden bedeuten kann, sondern auch für die Leitung eines Focusing Kurses: Der Pool an potentiellen Kursteilnehmer*innen ist über den regionalen Radius hinaus erweitert, keine Reisetätigkeit zu fremden Orten, Selbstbestimmung der Kurszeiten (statt sich an die vorgegebenen Unterrichtszeiten von Bildungshäusern halten zu müssen!), und Freiheit in der situativen Lehr-Lern-Gestaltung auf der Grundlage sehr sorgfältig ausgearbeiter Manuale. Die bilden sozusagen den Backbone der Vermittlung, – ein Gerüst, das auch für Focusing Lehrende eine gute Strukturierungshilfe darstellt. 
Danke Ruth! Es war klasse!

von Friedgard Blob

Workshop 4

Focusing und Entscheidungsbegleitung mit Heinz-Joachim Feuerstein

„Täglich müssen und dürfen wir zwischen zahlreichen Optionen wählen und manche Entscheidung fällt uns aufgrund der möglichen Konsequenzen schwer und wir kommen nicht weiter, so wie z.B. die Entscheidung für oder gegen einen Organspendeausweis. Auch gibt es Entscheidungen, die über uns getroffen werden, wie in der aktuellen Pandemie-Situation. Hier könnte es Entlastung bieten, zu prüfen, wie diese besser angenommen werden könnten.
Im finalen Workshop der Kontakte-Tage zeigte Diplom-Psychologe HeJo Feuerstein uns mit der Experientiellen Entscheidungsbegleitung, wie wir Menschen in Entscheidungsprozessen wertvolle Unterstützung bieten können.
Dabei gehe es nicht darum, dass die begleitete Person eine (vermeintlich) „moralisch richtige“ Entscheidung treffe, sondern um eine respektvolle Anerkennung individueller Entscheidungsprozesse, was ebenso beinhaltet, offen zu lassen, ob überhaupt eine Entscheidung getroffen wird.
In der Begleitung werden daher die möglichen Alternativen zunächst herausgearbeitet und dann als Ist-Zustände formuliert vorgegeben (bspw. „Ich bin Organspender*in“ vs. „Ich bin kein*e Organspender*in“), um dazu zu focusieren. Schritt für Schritt können so Bedingungen herausgearbeitet werden, unter denen man sich eher bereit fühlt, die eine oder andere Entscheidung zu treffen (z.B. „Was wäre, wenn Faktor XY keine Rolle mehr spielen würde?“). So ist die Idee, mit diesen (oft vielfältigen) Verwicklungen bei Entscheidungsprozessen umzugehen, statt sich davon ausbremsen zu lassen.
Eine häufige Falle sei zudem, bei einem bezüglich einer Entscheidung unguten Gefühl stehen zu bleiben. HeJos Appell: Auf dieses ungute Gefühl focusieren und verstehen, warum dieses da ist. So könnte möglichen Hindernissen oder auch Bedingungen für die ein oder andere Entscheidung auf den Grund gegangen werden.
An zwei persönlichen Beispielen demonstrierten Christine als Focussierende und Hejo als Begleiter diesen Prozess. Als besonders beeindruckend erlebte ich dabei, wie die Absichtslosigkeit dazu verhalf, dass die Begleitete im Kontakt war zu ihrem Inneren, sich ordnen konnte und somit einige Schritte weiterkam.
Aufschlussreich war auch eine von HeJo für die gesamte Gruppe ruhig und klar geführte focusingorientierte Vorstellungsübung über die Auseinandersetzung mit eigenen bisher getroffenen zufriedenstellenden und weniger zufriedenstellenden, sowie von anderen über uns getroffenen Entscheidungen.
Die Unterstützung in Entscheidungsprozessen ist für mich eines von vielen beeindruckenden Beispielen dafür, was mit Focusing alles möglich ist. Auch für den allgemeinen Beratungs- und Therapieprozess habe ich einiges mitnehmen können! Vielen Dank an dieser Stelle für die Leitung an HeJo Feuerstein und für die Bereitschaft zur Demonstration an Christine le Coutre!“

von Carolin Neureuter

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