Sie war die wichtigste Focusing Lehrerin für mich – und das war sie im Seminarraum genauso wie eben mal im kleinen Gespräch. Von ihr lernte ich, wie kraftvoll Zugewandtheit, Freundlichkeit und Authentizität sind.

Sie verkörperte für mich Focusing in jeder Zelle – als Lehrerin, als Therapeutin, als Supervisorin, als Mensch. Sie machte sich zusammen mit dir auf die Suche nach der Essenz deines Erlebens und was das Stimmige in dir ist.

In ihrem erfüllten Leben war sie mit ihrer Lebendigkeit und positiven Energie unermüdliche Begleiterin von Kindern und von ihren Focusing-Schüler*innen in der ganzen Welt.

Ihre Mission war es, Kindern das Focusing zugänglich zu machen. Sie entwickelte, zusammen mit anderen, eine spezielle Form des Focusing. Dazu gehörten viele kreative Methoden und ein Lehrmodell, das es ermöglicht, auch kleinen Babys, ja sogar Ungeborenen „zuzuhören“ – auf die Symbolbedeutung von kleinsten Bewegungen und Handlungen zu achten und diese den Kindern als „ihre Geschichte“ zurück zu spiegeln.

1985 gab Marta den ersten Workshop zum Kinder-Focusing  auf einer Internationalen Focusing Konferenz. Dort tat sie sich mit anderen, an der Entwicklung von Kinder-Focusing Interessierten, zusammen und gründete die Children Focusing Corner dessen Koordinatorin Marta von 1996 bis 2006 war.

2003 (zusammen mit Erik Verliefde) veröffentlichte sie ein wesentliches Buch über Kinder-Focusing „De kunst van het luisteren: Communiceren met kinderen op school en thuis“. Viele Übersetzungen von begeisterten Schüler*innen folgten. (Englisch in 2008, Spanisch, Japanisch, Koreanisch, Hebräisch, Italienisch, Griechisch, die deutsche und rumänische Übersetzungen sind in Arbeit).

2006 übergab sie die Koordination des “Children Focusing” an drei ihrer Schüler*innen: Simon Kilner, René Veugelers und Heidrun Essler. Bis zu ihrem Tode blieb sie jedoch weiter engagiert in Mentorenschaft und Supervison vieler Kinder-Focusing Lehrer*innen und unterstützte die niederländische Kinder-Focusing Organisation.

Martas klare Ausrichtung war: Alle brauchen Focusing.       

Sie ermutigte mich -wie alle ihre Schüler*innen- die Methode des Kinder-Focusing für meine Kontexte weiter zu entwickeln. Kinder-Focusing ermöglichte mir, Focusing für neue Gruppen zugänglich zu machen, indem wir nichtsprachliche Symbolisationsmöglichkeiten schaffen für Erwachsene, die nicht die gleiche Sprache oder keine Sprache sprechen. z.B Geflüchtete, Schlaganfallpatient*innen oder Menschen mit Demenz. Die kurze, schnelle Intervention des Kinder-Focusing machte Focusing auch leichter zugänglich für Mitarbeiter*innen und Führungskräfte, die nicht im therapeutischen oder pädagogischen Setting und Kontext sind.

Meinen großen Respekt und tiefempfundene Dankbarkeit widme ich dieser außergewöhnlichen Frau.

Heidrun Essler

©2020 DFG - Deutsche Focusing Gesellschaft Stiftung e.V.

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