Samstag 17. und Sonntag 18. Mai 2025 in Heidelberg
Die Kontaktetage bieten wie jedes Jahr den Mitgliedern die Möglichkeit, sich persönlich zu treffen, sich gegenseitig besser kennenzulernen, Focusing zu praktizieren und sich über das Wirken von und mit Focusing auszutauschen.
Die verschiedenen Workshops, die durch unsere Mitglieder angeboten wurden, ermöglichten ein lebendiges Miteinander und einen interessanten fachlichen und kollegialen Austausch. Die Workshops ließen uns Focusing in breiter Vielfalt erleben.
Quelle des Bildes: Moritz Oesterlau
Das waren die Workshops:
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EDM
Erlebensbezogene Entscheidungsbegleitung
Hejo Feuerstein, Anne Steinbach,
Annette Brandes, Dietmar Steinbach

Quelle: Dietmar Steinbach
Inhalt
Jeden Tag treffen wir hunderte Entscheidungen, kleine und große. Und das Internet ist voll von guten Ratschlägen, wie man das am besten tut. Demgegenüber hat sich ein kleines Team um Hejo Feuerstein während der letzten Jahre damit beschäftigt, wie man Entscheidungen mit Hilfe von Focusing begleiten kann. Basierend auf den Grundideen von Hejo hat sich daraus das „EDM – Experiential Decision Making“ entwickelt. In unserem Workshop haben wir einen ersten Einblick in unsere Erkenntnisse und Erfahrungen gegeben und dazu auch eine Begleitung live demonstriert.
Heinz-Joachim Feuerstein: Dipl.-Psych., Prof., Ausbilder für Beratung, Coaching und Supervision (GwG/DGSv), Leiter FZK Gengenbach, Lehrsupervisor (DGSv, GwG, BDP), zertifizierender Koordinator (TIFI)
Annette Brandes: Dipl.-Ing., Heilpraktikerin für Psychotherapie, Systemischer Coach und Focusing-Trainerin Advanced (DFG) arbeitet in eigener Praxis.
Anne Steinbach: Supervisorin (DGSV, GwG), Coach und Trainerin sowohl in einem großen Krankenhausverbund als auch freiberuflich. Focusing-Trainerin Advanced (DFG).
Dietmar Steinbach: Focusing-Trainer (DFG), Coordinator-in-Training (TIFI), Professional Coach (IOBC und DBVC), Personzentrierter Coach (GwG), Dipl.-Ing. Arbeitet als selbstständiger Business Coach.
Bericht einer Teilnehmerin
Der Workshop „EDM – Erlebensbezogene Entscheidungsbegleitung“ wurde in Theorie und Praxis von Annette Brandes, Anne und Dietmar Steinbach vorgestellt. Das theoretische Konstrukt wurde klar, lebensnah und nachvollziehbar zunächst vorgestellt. In der anschließenden Lifedemo wurde für die Teilnehmenden erlebbar, wie EDM gezielt eingesetzt werden kann, um Entscheidungen zu begleiten und Themen des Alltags in den Mittelpunkt des Erlebens zu setzen. Vielen Dank Annette, Anne und Dietmar für den sehr greifbaren und facettenreichen Workshop.
– Elle Schudek
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Aus dem eigenen Körper heraus begleiten
Teresa Dawson

Quelle: Teresa Dawson
Inhalt
Unser Begleiten wird tiefer, menschlicher, wenn wir gleichzeitig mit unserer Lebenserfahrung, und mit der Focusing-Person in Resonanz sind. Einladend fragen wir zum Beispiel: “was spürst du ‘da’ gerade?“
Näher begleiten wir, wenn wir körperlich den Prozess mit dem ‘da’ mitgehen. Empathisch sagen wir zum Beispiel zurück „ah …… ‘traurig“. Unser Körper weiß aus eigenen Erlebnissen, was ‘traurig’ ist. Lassen wir beim Zurücksagen inhaltslos dieses ‘traurig’ in uns selber anklingen, erweitern wir wortlos den Erlebensraum. Ein vertieftes Mitschwingen ist näher am Felt Sense, braucht weniger Fragen als korrektes Verbalisieren und lässt die Focusing-Person nicht ‘drinnen’ alleine. Körperliche Resonanzen als vertiefendes Begleiten probieren wir in Übungen aus.
Teresa Dawson ist international bekannte Koordinatorin TIFI und lehrt seit 30 Jahren Focusing und TAE in unterschiedlichsten Bereichen und Berufsgruppen. Daneben ist sie ausgebildet in personenzentrierter Gesprächstherapie und Hakomi, weitergebildet in POP, Hypnose und am J.G. Jung Insitut. Als Mitglied von psychologists for future Schweiz und IPU Schweiz engagiert sie sich unbezahlt für diverse Projekte und Aufträge.
Bericht einer Teilnehmerin
Der Workshop „Aus dem eigenem Körper heraus begleiten“ mit Theresa Dawson habe ich als sehr bereichernd erlebt. Die Teilnehmenden konnten erfahren, wie tief und authentisch Begleiten wird, wenn die eigene Körperresonanz mit einbezogen wird. Die praktischen Übungen halfen, diese Verbindung unmittelbar zu spüren und im eigenen Begleiten anzuwenden. Vielen Dank Theresa für die klare, ruhige und zugleich berührende Erfahrung.
– Elle Schudek
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„Save your way“
Elle Schudek mit Wilma

Quelle: Elle Schudek
Inhalt
„Ein Einblick in „Save your way“ („sichere deinen Weg“) – ein multimodales Behandlungskonzept innerhalb der Focusing-orientierten Psychotherapie für traumatisierte Personen.“
In meinem Workshop möchte ich Ihnen einen Einblick in die Methode „Save your way“ in Therorie und Praxis ermöglichen. „Save your way“ dient zur Stabilisierung von psychisch belasteten und traumatisierten Personen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Meine Erfahrungen aus meiner praktischen Arbeit, die Entstehung komplexer Traumatisierungen und die Weitergabe transgenerationaler Traumata in Familiensystemen über viele Jahre hinweg- fließen in den Workshop mit ein. Das Konzept und seine Anwendungsmöglichkeiten insbesondere im Rahmen der tiergestützten experientiellen Interventionen werden vorgestellt und können in einer Demo ausprobiert werden. Meine Labradorhündin Wilma wird mich dabei an diesem Workshop unterstützen und begleiten.
Elle Schudek, staatlich anerkannte Heilpädagogin (BA), Psychologin (MA), Kinder-und Jugendpsychyotherapeutin (i.A), systemische Familien-und Traumatherapeutin/Supervisorin, experientielle Reittherapeutin, Focusing-Trainerin (DFG/TIFI), arbeitet seit 05/1999 im von ihr gegründeten Heilpädagogischen Zentrum in Bottrop-Kirchhellen und bildet seit 2003 experientielle Reittherapeut*innen im eigenen Experio-Institut aus.


Quelle beider Bilder: Moritz Oesterlau
Bericht einer Teilnehmerin
Elle Schudek gab einen Einblick in ihre eigens entwickelte therapeutische Methode „Save Your Way“, die u.a. für traumatisierte Menschen hilfreich sein kann. Für Menschen, die Begegnungen mit Hund oder Pferd akzeptieren, kann die tiergestützte Methode wieder ein Gefühl von Selbstwirksamkeit ermöglichen. Zu Beginn wird mit Hilfe einer Selbsteinschätzung auf einer Skala von 1-10 das Belastungs- und Sicherheitsgefühl der Person ermittelt. Durch bildhafte Symbole kann die Lebenssituation dargestellt werden, um Ansatzpunkte zu erspüren und zu erkennen, wie eine persönliche Entwicklung und Veränderung möglich sein kann.
– Martina Ewald
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Stimme in Therapie und Beratung – Resonanz und Freiraum
Susanne Schrage

Quelle: Susanne Schrage
Inhalt
Die Stimme ist unser Werk- und Wirkzeug, Körperinstrument, unmittelbar, spürbar, beeinflussbar. Wenn der Körper in der Situation ist und die Situation im Körper – welche Auswirkungen hat das auf die Stimme? Wie klinge ich dann? Und welche Resonanz ruft diese Stimme in mir und im Gegenüber hervor?
Höre ich an der Stimme, wenn ich Freiraum verliere? Bleibt die Stimme stabil, solange ich Freiraum habe? Kann die Stimme Indikator für Freiraum sein?
Welchen Einfluss hat das auf den Prozess?
Eine Einladung mit FocuSingen die Wirkung von Stimme und Sprechen (nicht nur) in Focusing-Prozessen zu erkunden.
Susanne Schrage: ist (Kirchen)Musikerin und arbeitet als Stimm- und Atempädagogin mit Gruppen und Einzelnen in freier Praxis in Nürnberg. Sie ist AAP-Lehrtrainerin, Atemtherapeutin (Erfahrbarer Atem) und Focusing-Trainerin (DFG).

Quelle: Moritz Oesterlau
Berichte zweier Teilnehmerinnen
Susanne hat uns mit auf die Reise genommen, die eigene Stimme im eigenen Resonanzkörper zu spüren und zu hören. Wir durften wahrnehmen, was es für einen Unterschied macht, ob wir aus dem Hals heraus reden oder tief aus dem Becken. Aber wofür ist dieser Unterschied gut im Focusingprozess? Wenn wir mit anderen Menschen in Kontakt sind und insb. wenn wir diese im Focusingprozess begleiten dann beeinflusst unsere Stimme unser Gegenüber. Bin ich angespannt aufgeregt und kommen meine Wort aus dem Brust-/Halsbereich, dann ist die Stimme flach und hell und hat wenig Volumen. Kommen meine Worte aber tief aus meinem unteren Bauchbereich, dann ist es authentisch und es schwingt etwas von Getragen und Gehalten sein mit. Wir durften es ausprobieren und waren sehr überrascht über den deutlichen Unterschied. Es ist also wichtig, sich durchlässig zu machen für die eigene Stimme, damit wir aus den Tiefen unserer selbst unserem Gegenüber über die Stimme ein Beziehungsangebot machen können, was trägt.
– Anne Steinbach
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Der Workshop „Stimme in Therapie und Beratung“ wurde von Susanne Schrage als inspirierend wahrgenommen. Erlebbar war, wie eng Stimme und Körperwahrnehmung miteinander verbunden sind und wie die Stimme als Indikator für eigenen Freiraum fungieren kann. Die Teilnehmenden konnten spüren, wie Resonanz sowohl im eigenen Erleben als auch im Gegenüber wirkt. Vielen Dank Susanne, es war eine bereichernde Erfahrung, die das Bewusstsein für Stimme und Ausdruck vertieft.
– Elle Schudek
Die Kunst des Spiegelns
Amona Büchler

Quelle: Amona Büchler
Inhalt
Was spiegeln wir als Zuhörer:in, wie spiegeln wir, und warum tun wir es auf diese Weise?
Wenn es beabsichtigt ist, kann das Spiegeln eine subtile Einladung enthalten. Eine Einladung, was und wie der Focuser mit dem, was für ihn auftaucht, innehält und evt. damit interagiert.
Ich werde einige Beispiele bringen und dann gibt es Raum fürs Experimentieren und Diskutieren.
Amona Büchler: Ist Focusing Trainerin und Coordinator in Training; Feldkrais Practitioner und Assistenz Trainerin, Conscious Touch Practitionor; Systemische Aufstellungs- und Meditationslehrerin
. Sie lebt und arbeitet mit der Frage, welche Art von (innerer) Aufmerksamkeit es uns ermöglicht, unser Potenzial zu entfalten und auf erfüllende sowie kreative Weise zu leben.
Stimme einer Teilnehmerin
Der Workshop „Die Kunst des Spiegelns“ mit Amona Büchler befasste sich mich den feinen Nuancen des Spiegelns im Focusing Prozess. Für die Teilnehmenden wurde erlebbar, wie das Spiegeln als Zuhörende bewusst eingesetzt werden kann, um „subtile Einladungen“ dem Focusser anzubieten um den Focusing Prozess zu vertiefen. Vielen Dank Amona für den anregenden Workshop, der viele fassettenreiche Diskussionen um die verschiedenen Spiegeltechniken mit sich brachte und eine dennoch klare, praxisnahe und inspirierende Erfahrung möglich machte.
– Elle Schudek
